ENTSO-E: Der große iberische Stromausfall am 28.04. war nicht durch erneuerbare Energien verursacht, sondern durch Überspannung
Zusammenfassung: Der factual report von ENTSO-E zum Stromausfall am 28. April 2025 in Spanien und Portugal kommt zu dem Schluss, dass die Ursache eine Überspannung und fehlende Spannungsregelung war, ein Übermaß an erneuerbaren Energien wird ausgeschlossen. Spanien hat die PO 7.4 bereits aktualisiert, um es der erneuerbaren Erzeugung zu ermöglichen, Spannungsdienste bereitzustellen. Quellen.
Was passiert ist und warum es wichtig ist
Das Expertengremium von ENTSO-E veröffentlichte einen factual report, der Systembedingungen, Ereignisablauf und Wiederherstellung des Dienstes rekonstruiert. Er weist keine endgültigen Schuldzuweisungen zu (diese erfolgen mit dem vollständigen Bericht 2026), hebt jedoch hervor, dass das Ereignis aufgrund von Überspannung und fehlenden angeschlossenen Regelressourcen zu diesem Zeitpunkt außergewöhnlich war.[1]
Technische Schlüsselbegriffe in einfacher Sprache
- Überspannung: Die Netzspannung stieg über sichere Grenzen, was Schutzvorrichtungen und Kaskadenabschaltungen auslöste.
- Regelressourcen: Es gab wenige „synchrone“ Erzeuger und Spannungsunterstützungsdienste online; ein Teil der erneuerbaren Erzeugung wurde abgeschaltet, als das System instabil wurde.[1]
- Erneuerbare Energien sind nicht schuld: Die Solar-/Windproduktion war für die Jahreszeit normal; das Problem lag in Steuerung/Planung, nicht in „zu viel PV“.[1][2]
Was sich nach der PO 7.4 (12.06.2025) ändert
Spanien ermöglicht, dass erneuerbare Energien und Speicher an Spannungsregelungsdiensten teilnehmen. Es wird ein Ausbau von wechselrichtern mit grid-forming-Funktionen und mehr Batterien erwartet, um Netzunterstützung zu bieten, sowie neue technische Verpflichtungen für Eigenverbrauchsanlagen und PPAs.[3]
Was das für Ihre Projekte bedeutet (Wohngebäude, Industrie, Landwirtschaft)
- Dimensionieren Sie die Speicherung unter Berücksichtigung von Netzdienstleistungen (potenzielle zukünftige Einnahmen).
- Wählen Sie wechselrichter, die Spannungsunterstützung bieten (erweiterte Funktionen, ride-through, Q/U-Regelung).
- Überprüfen Sie Schutzvorrichtungen und Spannungsabschaltkurven, um aktualisierte Anforderungen zu erfüllen.
- Bei PPAs und industriellem Eigenverbrauch wird Spannungsregelungsfähigkeit in der Detailplanung vorgesehen.
Empfehlungen von Aurensol
- 48 V Lithiumbatterien für Flexibilität und Netzunterstützung.
- Dreiphasige Hybrid-Wechselrichter mit erweiterten Funktionen.
- All-in-One-Systeme für schlüsselfertige Projekte.
- DC-Schutzvorrichtungen und AC-Schutzvorrichtungen geeignet.
Quellen und Kontext
- PV Tech: „Überspannungsbedingter Iberischer Stromausfall – Bericht“ (06.10.2025).
- Offizielle Mitteilungen und internationale Berichterstattung schließen Cyberangriff und Überangebot an erneuerbaren Energien aus.
- Aktualisierung der PO 7.4 in Spanien (12.06.2025): Erneuerbare Energien können Spannungsdienstleistungen erbringen.
Aurensol wird die Veröffentlichung des vollständigen ENTSO-E-Berichts im Jahr 2026 genau verfolgen.





